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Comebackbumms (copyright Mikrodilettanten)

Veröffentlicht am

Werd ma versuchen den Blog zu füttern in der nächsten Zeit. Ich kann ja meine treuen Fans nicht im Regen stehen lassen!

Ich hatte ja vor am 05.10. bei einer Veranstaltung aufzutreten, wo Filme vor einem Publikum nacherzählt werden können. Da konnte faktisch jeder mitmachen der Bock hatte. Durch eine Kette höchst unglücklicher Umstände wurde nix draus. Allerdings habe ich im Fieberwahn (ich war vor einige Wochen erkältet) ein unfertiges Script für genau diesen Abend verfasst. Dieser Brainfart, denn nicht mehr und nicht weniger ist es einfach, soll hier nun das Licht der Welt erblicken und danach hoffentlich nie, nie wieder aus irgendwelchen Anlässen hervorgekramt werden. Nennen wir den Text „10 Minuten“, denn genauso viel Zeit hatte man für die Nacherzählung. Außerdem klingt das total deep und poetisch!

10 min

Ich weiß nicht ob sie meine damen und herren diesen film kennen. Ich habe dieses filmische Meisterwerk erst vor kurzem in einem betörenden Anfall von Prospan Hustensaft und ratiopharm Nasenspray angeschaut. Es war der Film Kill List von Ben Wheatley, einem irischen Regisseur aus dem letzten Jahr, also 2011 (für alle die immer noch Probleme haben). Was ich als erstes machen möchte, ist es mich zu entschuldigen. Ich muss mich entschuldigen dafür, dass dieser Film so schlecht war bzw. es immer noch ist. Jetzt werden einige denken, ich hätte bei diesem Film irgendeine Rolle gespielt, wortwörtlich, aber dies ist nicht der Fall. Ich habe gott sei dank nichts, ich wiederhole nichts mit diesem Machwerk zu tun. Deswegen werde ich auch keine Morddrohungen nach diesem Auftritt akzeptieren. Nein, danke. Ich möchte mich entschuldigen, weil dieser Film so schlecht war, dass er mich betroffen machte. Deswegen möchte ich mich vor sozusagen versammelter Mannschaft der Filmnacherzähler dafür entschuldigen, dass dieses Produkt jemals das Licht dieser Welt erblickt hat. Es tut mir Leid, wirklich vom ganzen Herzen. Keiner hat es verdient diesem Film zu sehen oder auch nur darüber zu sprechen. Dieser Film wäre nicht für Guantanamo Bay geeignet weil man das Gefängnis schließen müsste, nachdem die UN, NATO und wie sie alle heißen eingeschritten wären, hätte man ihn dort gezeigt. Ich möchte mit diesem Auftritt erreichen, dass ein lebenslanges, interkontinentales Verbot für diesen Film ausgesprochen wird. Zu diesem Zweck muss ich ihn leider nacherzählen, zusammenfassen und eventuell mit Worten entschärfen, damit er keinem mehr weh tun kann.

Der Film fängt damit an, dass er einen Streit zwischen dem Hauptprotagonisten, einem söldner-artigen Auftragskiller, und seiner Ehefrau, einer ehemaligen schwedischen Soldatin zeigt. Achso und wenn ich jetzt innerhalb dieser unendlich dämlichen Rekapitulation spoilern sollte, dann tut es mir nicht leid. Ich rette die Menschheit und sterbe hier und jetzt als Märtyrer. Also es gibt einen Streit zwischen Mann und Frau. Der Mann hat seit einigen Monaten keinen Job mehr angenommen und die Familie verhungert allmählich. Vllt hätten sie vorher dran denken sollen, bevor sie das scheißgroße Haus und die Autos gekauft hätten. Naja also sie haben auch n Kind, einen kleinen Sohn. Nach dem Streit folgen einige gute Szenen, ja die gibt es in diesem Verbrechen gegen die Menschlichkeit auch gute Szenen, wie in jedem Verbrechen gegen die Menschlichkeit, ey er hat die Autobahnen gebaut. Also nach dem Streit, oh man ich bin erst bei den ersten 10 Minuten von 1,5 Stunden. Also es kommen Szenen in denen die Hauptfigur also der Killer dem Publikum näher gebracht werden soll. Wir erfahren, dass er seine Frau und seinen Sohn sehr liebt und dass er eigentlich ein ganz netter Mensch ist, nur dass er nebenbei für den Tod vieler anderer verantwortlich ist, also das gleiche wie Hitler also.  (Publikum buht) Oh man, gott sei Dank hab ich meine Hakenkreuzbinde nicht an. Also der Hauptprotagonist, sein Name ist Sam, bekommt keinen Job, weil er nicht wirklich danach Ausschau hält. Er geht z.B. nicht die Anzeigen im Tagesblatt durch und sucht nach Assassinationszielen. Weil er eben die Schnauze vollhat von Mord und Totschlag. Nach einer Weile kommt es zu einer Dinnerszene bei der der beste Freund Sams zu der Familie nach Hause kommt. Er heißt Gal und ist auch ein Auftragskiller. Während des Abends an dem das Essen stattfindet sagt Gal, dass er einen neuen Auftrag bereit ist anzunehmen wenn Sam dabei ist. Sam hadert natürlich, weil er ja ein psychologisch komplexer Charakter sein soll. Einerseits will er nicht mehr töten, andererseits bitcht ihn seine Frau sehr an, auch beim Dinner übrigens woraufhin er ausrastet, sein Essen aufn Tisch verteilt und dramatisch die Tischdecke wegzieht. Die Frau muss das dann natürlich alles aufräumen. Also nimmt er letzten Endes doch den Job an. Jetzt wird’s spannend! Die Kill List wird vorgestellt. Sam und Gal fahren zum Auftraggeber, der ihnen mitteilt, dass sie drei Leute töten müssen. Der Auftraggeber kann verdächtiger nicht aussehen. Ein älterer Mann mit drahtigen Fingern und ergreister Mähne. Es hilft auch nicht unbedingt, dass er den Vertrag mit den beiden durch einen Blutschwur unterschreibt. Er nimmt n Messer schneidet erst Sam’s Hand und dann seine eigene und presst sie seelenruhig auf n Stück Papier. In diesem Augenblick wär ich längst draußen. Fuck that shit! Sam und Gal sind da wohl andrer Meinung. Sie machen sich also auf den Weg die drei Leute zu töten. Der erste is ein Priester. Der wird ganz normal erschossen. Das einzige was jetzt auffällt ist dass er bevor er erschossen wird seine Killer sieht und „Danke“ sagt. Wieder ein Augenblick an dem meine Alarmglocken läuten würden. Blutschwur, Leute die getötet werden bedanken sich? Sam und Gal sind unbeeindruckt. Der zweite Kill wird komplizierter. Es ist ein Bibliothekar, der sich, so finden Sam und Gal raus Snufffilme reinzieht. Sam, der alte Gutmensch, will den Typen nicht einfach töten. Nein, nein. Das wär ja quasi ein Geschenk für ihn. Erstmal muss sinnlos rumgefoltert werden. Es kommen unter anderem eine Zigarette und ein Vorschlaghammer vor. Den Rest erspar mal. Ich sag nur so viel, dass Sam zuerst eine Zigarette im Gesicht des Bibliothekars ausdrückt, mit dem Hammer die Kniescheiben des Bibliothekars bricht, danach die Finger und danach seinen Kopf damit einschlägt. So ist er halt, der gute Sam. Wie soll man auch anders von irgendwem erfahren, wer die Snufffilme gedreht hat. Das ist nämlich der Grund für die Folter. Währenddessen schaut sich Sam’s treue Dorf-Disko-Don Gal im Haus des Bibliothekars um. Er findet dabei n Safe mit Geld und einer Akte. Die Akte enthält alle Informationen über die beiden Killer. Wann sie welchen Auftrag wo in den letzten Jahren angenommen haben inkl. Fotos und Infos zum aktuellen Auftrag. Gal wird stutzig und setzt sein Denkerausdruck auf. Die Kamera fährt aber doch dann wieder zurück zur Folter, die ist nämlich noch nicht zu Ende, das Opfer noch nicht tot. Der Bibliothekar erklärt in einem Monolog, dass er Sam kenne, was aber anscheinend nicht auf Gegenseitigkeit beruht. Der Bibliothekar bedankt sich bevor er stirbt auch bei Sam. Sam hat nur eine Antwort auf die netten Worte des Snufffilmliebhabers, nämlich Vorschlaghammer und Schädel. Zuvor hatte er doch tatsächlich die Adresse des Snuffilmmachers erfahren. Jay, der Gutmensch, will diesen natürlich unabhängig vom Auftrag richten. Gal ist sich unschlüssig und weist dezent auf die ominöse Akte hin, die er beim Bibliothekar gefunden hat. Nun würde denken, man könnte eventuell vielleicht misstrauisch werden. Ja, also wir haben den Bluteid, die Sache mit dem Bedanken und jetzt die Akte bei einem Opfer, die alles über uns weiß. Da könnte vllt was im Busch liegen. Naaaah, töten wir erstmal den Snuffproduzenten. Und so kommt es auch. Ich werde die Szene jetz nicht ausführen weil sie letzten Endes vollkommen unwichtig für den Film ist. So wie ungefähr 2/3 des gesamten Filmes, aber dazu später. Nach einem intensiven Brainstorming  entschließen die Jay und Gal gesenkten Hauptes den Auftrag abzublasen und das dritte und letzte Opfer, ausnahmsweise mal, nicht zu töten. Sie fahren also zum gruseligen Auftraggeber und erzählen ihm, dass sie draußen sind. Er erwidert, dass er sie tötet und ihre Familien auch, sollten sie ihren Auftrag nicht zu Ende bringen. Jay und Gal sind nun vollends überzeugt, dass die dritte Person auf der Kill List sterben muss! Diese lebt in einem Schloss an dem ein Wald angrenzt. Jay und Gal verstecken sich nachtsüber im Wald um am Tag frischen Mutes einen weiteren Menschen vom Antlitz dieser Erde zu fegen. Ihr Vorhaben wird um einige erleichtert. Sie beobachten des nachts einen rituellen Umzug im Wald. Viele nackte, maskierte Menschen ziehen mit Fackeln durch den Wald. Also Eyes Wide Shut, nur mit der Atmosphäre eines Billigpuffs. Jay und Gal folgen Ihnen natürlich!* Sie kommen auf einer Lichtung an, wo ein Mitglied des Umzugs geopfert werden soll. Jay, der gute Mensch von Sezuan, schreitet ein und tötet einen aus der Gruppe. Die Gruppe ist dementsprechend sauer. Jay und Gal werden von der Gruppe verfolgt. Bei dieser Verfolgung werden einige Mitglieder der Gruppe und Gal getötet. Jay fährt völlig niedergeschlagen nach Hause zurück. Anscheinend hat er vergessen, dass er und seine Familie in Lebensgefahr schweben. Nach einigen Minuten, die er zu Hause verbringt, sieht er, dass draußen mehrere Fackeln aufgebaut sind. Sein erster Instinkt ist natürlich sofort die Polizei zu verständigen und ihnen die komplette Geschichte mitzuteilen. Ach was Rede ich! Jay holt natürlich erstmal seine Waffe raus, ballert paar Schüsse in die Dunkelheit und sagt seiner Frau und seinem Sohn, dass sie im Haus warten sollen, bis er dann den Rest der rituellen Gemeinde abknallt. Also das Szenario ist so, dass Jay alleine in die Dunkelheit der nacht, hin zum Wald fährt, seine Familie zurücklässt um eine Gruppe von mehreren bewaffneten Leute zu töten. Was könnte schief gehen? Jay kommt an der Lichtung, es ist keiner zu sehen, er wird niedergeschlagen. Er wacht auf, halb nackt, umringt von den fröhlichen Maskenmenschen. Er bekommt selbst ne Maske auf und n Messer in die Hand gedrückt und muss nun gegen einen anderen Menschen antreten. Dieser scheint ein Buckliger zu sein, dessen Körper von einem weißen Tuch bedeckt wird sodass man weder sein Gesicht noch seinen Körper sehen kann. Nach einem recht kurzen Kampf, streckt Jay den Buckligen durch mehrere Messerstiche in die Brust und in den Buckel/Rücken nieder. Die Leute ringsum klatschen und ziehen ihre Masken ab. Einer der Leute ist der Auftraggeber. Im Gegensatz zum Publikum ist Jay schockiert. Ich mein der Mann hat sich selbst die Hand aufgeschlitzt, man kann ja ahnen was der Typ mit anderen macht. Die Kamera fährt dann auf den Leichnam. Jay lüftet die Decke. Darunter kommt seine Ehefrau zum Vorschein die hysterisch lacht. Als er weiter ihren Rücken aufdecken will wird eine Kinderhand erkennbar, die seines Sohnes. Die Kamera fährt wieder auf den nun wimmernden Jay, der von der Gruppe eine Krone aufgesetzt bekommt. Der Bildschirm wird schwarz, der Film ist zu Ende (PAUSE).

Wenn ich jetzt ein Mikrofon in der Hand hätte, wäre dies der Zeitpunkt es dramatisch auf den Boden fallen zu lassen. Wirklich? Das Ganze war ein genialer Plan damit Jay der neue Anführer einer Sekte wird? Hätten sie ihn nicht einfach fragen können? Es ist ja nicht so, dass er moralisch etwas gegen das Töten von Leuten hätte. Er wär der erste Ansprechpartner, wenn ich eine Sekte gründen wollen würd bei der ich Menschenopfer darbringe. Und nachdem sie seinen besten Freund umgebracht haben und ihn quasi dazu gezwungen haben seine Familie zu töten, denken sie dass er wirklich ein glückliches Mitglied ihrer kleinen Gemeinschaft werden wird? Natürlich wird er unser neuer König. Wir können ihm alles bieten, Geld, Macht, Frau*..vllt sollten wir den letzten Teil dann auslassen. Ja, es ist etwas wirr die Rationalität eines normalen Menschen auf eine solche Sekte übertragen zu wollen, aber ich denke auch sie können sich denken, dass er nach dem Tod aller Menschen, die er liebt, etwas down sein könnte und eventuell etwas verärgert mit den Mördern.

Der Film fängt ja als durchaus gelungen Psychostudie eines ambivalenten Charakters an und endet in einem furchtbaren Chaos. Was soll ich aus diesem Film mitnehmen? Was ist die Botschaft? Soll er mich unterhalten? Soll er mich überraschen? Ich kann diese Fragen leider nicht beantworten weil ich einfach der Stupidität und Inkohärenz schockiert bin. Wenn man einen Film machen will, wieso vermischt man die beiden anderen schlechtesten Filme aller Zeiten, Wickerman und A Serbian Film, und glaubt dadurch würde alles besser werden.

Das Ende dieses Filmes hat mich genommen, nach vorn übergebeugt, gefickt und nicht ma danke gesagt. Und bevor jetzt alle aufschreien, ja  das mit dem danke sagen ist aus Full Metal Jacket geklaut. Der erste Teil kommt allerdings aus diesem kranken Kopf.*

-Ende
PS: Ja,  zwei Hitlerwitze sind enthalten. Mindestens.

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